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Montag, 24 Februar 2014 09:33

„10 Prüfsteine für die Kommunalwahl 2014“ des AGENDA 21 Arbeitskreises Mobilität und Verkehr

geschrieben von

„10 Prüfsteine für die Kommunalwahl 2014“

des AGENDA 21 Arbeitskreises Mobilität und Verkehr

Stellungnahme der CSU-Herzogenaurach / Bürgermeisterkandidat Matthias Düthorn

1.    Haben Sie ein langfristiges Gesamtverkehrskonzept für Herzogenaurach?

Wir streben an, grundsätzlich Verkehr zu vermeiden und die Verkehrsbelastungen auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Wir setzen uns ein für den lokalen und regionalen ÖPNV, für Radwege und kurze Wege zu möglichst wohnortnahen Nahversorgungseinrichtungen.

Wo es erforderlich ist, setzen wir uns für den Bau von neuen Straßen ein, um den unvermeidbaren motorisierten Individualverkehr zu bewältigen.

Wir orientieren uns am bestehenden Verkehrsentwicklungsplan, Stand 02/2005,

mit seinen vier Teilen (Analyse-Leitbild-Prognose-Realisierungskonzept).

Er wurde im Rahmen der Verkehrsuntersuchung zur Südumfahrung in einem Teilbereich aktualisiert.

Mit verkehrslenkenden Maßnahmen wollen wir in konkreten Einzelfällen zu Verbesserungen beitragen, wie z.B. verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Würzburgerstraße, Beschilderungen, usw.

Die CSU hat in ihrem Wahlprogramm sieben zentrale Aussagen zum Verkehr getroffen:

Wir setzen uns ein

1.    für Verbesserungen bei der kommunalen Infrastruktur für Menschen mit Geh-, Seh- und Hörbehinderungen, z.B. barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes (Gehwege, Straßen, Grünanlagen) und öffentlicher Gebäude.

2.    für den weiteren Ausbau des Radwegenetzes, für Maßnahmen die „Bike & Ride“ fördern, wie überdachte Fahrradabstellplätze, geschlossene Fahrradboxen und Fahrradausleihstationen.

3.    für optimale Verkehrsanbindungen an die wichtigen Verkehrsknotenpunkte in der Metropolregion Nürnberg, Bahn, Autobahn, Flughafen.

4.    für Verbesserungen beim regionalen Öffentlichen Personennahverkehr und beim Herzo-Bus, z.B. Schülerbeförderung von Herzo-Base I nach Erlangen, schnelle Direktlinie vom Busbahnhof Schütt zur S-Bahnhaltestelle Paul-Gossen-Straße und die mittelfristige Anbindung des Wohngebietes Herzo-Base II und III an das Herzo-Bus-Streckennetz.

5.    für einen schienengebundenen Nahverkehr, z.B. Stadt-Umland-Bahn
oder S-Bahn.


6.    für den Bau der Ostspange in Haundorf und der Südumgehung in Niederndorf,
um die Anwohner besonders belasteter Straßen zu entlasten.(z.B. in der Haundorfer Straße, Niederndorfer Hauptstraße, Peter-Fleischmannstraße, Vacher Straße, Rathgeberstaße) durch verkehrslenkende Maßnahmen (z.B. Lkw-Fahrverbot, Tempobegrenzung).

7.    für die Schaffung von innenstadtnahem Parkraum, wenn eine Bedarfsanalyse
den erforderlichen Parkraumbedarf ausweist und sich eine wirtschaftliche Parkraumbewirtschaftung realisieren lässt, z.B. bei der Tiefgarage am Hubmannpark und
dem Parkdeck auf dem westlichen Teil des Großparkplatzes „An der Schütt“.

·         Wo sehen Sie die Prioritäten?
Entlastungen im Bereich der Verkehrsschwerpunkte.

·         Wo liegen die größten Probleme?
Niederndorf, Pendlerströme zu Stoßzeiten. Bei Ortsdurchfahrten in einzelnen Ortsteilen,vor allem bei Kreis- und Staatsstraßen. Rathgeberstraße, Ringstraße in Teilbereichen.

·         Welchen Prozentanteil am Verkehrsaufkommen (Modal Split) sollen Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV und Auto im Idealfall haben?

Der Agenda-AK kennt aufgrund eines Vortrages von Frau Wettstein vom 5. März 2013 die Ergebnisse der Modal Split – Untersuchung aus dem Jahr 2012. Die Untersuchung hat gezeigt, dass das Mobilitätsverhalten abhängig ist von verschiedenen Faktoren (Alter, Geschlecht, Ziel). Zum Prozentanteil am Verkehrsaufkommen bei Fußgängern, Radfahrern, ÖPNV und Auto können für den Idealfall keine belastbaren Aussagen getroffen werden.

Uns geht es deshalb nicht so sehr um einen wünschenswert hohen Prozentanteil bei Modal Split für Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV sondern vor allem darum beim Mobiltätsverhalten der Verkehrsteilnehmer ein nachhaltiges umweltfreundliches Bewusstsein zu schaffen. Wir wollen möglichst viele Verkehrsteilnehmer bewegen kurze Wege zu Fuß zu gehen, bei der Wahl ihrers Verkehrsmittels umweltfreundliche Verkehrsmittel zu benutzen – das Fahrrad oder den ÖPNV –, bei Autofahrten Fahrgemeinschaften zu bilden, unnötige Autofahrten zu vermeiden, umweltfreundliche energiesparende Kfz zu benutzen, ….

2.    Wie wollen Sie in der Innenstadt Barrierfreiheit für Fußgänger erreichen?

  • Siehe dazu Punkt 1., zentrale Aussagen zum Verkehr aus dem Wahlprogramm der CSU 2014-2020!
  • An der Barrierefreiheit muss ständig gearbeitet werden unter Einbeziehung des Behindertenbeauftragten und der Mitwirkung der Bürger. In Abwägung mit anderen Aufgaben der Stadt sollen Verbesserungen nach Haushaltslage stetig umgesetzt werden.


Welche konkreten Maßnahmen schlagen Sie – kurzfristig und langfristig – für folgende Probleme vor:

  • Mehr Sicherheit für die jüngsten Verkehrsteilnehner
    • Verstärkung des Verkehrssicherheitstrainings in KiGa (Schulanfänger)
    • Gründung eines runden Tisches – sofern es ihn nicht schon gibt – mit Elternbeiräten von Kindergärten und Grundschulen, der Verkehrswacht, der Polizei, Fahrlehrer und Stadtverwaltung, um sich regelmäßig über die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmer auszutauschen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
    • Kennzeichnung der Schulwege mit gelber Markierung wie es „früher“ üblich war.

  • Gehsteige zu schmal, enden unvermittelt, wechseln von einer Seite der Straße auf die andere (z.B. Hintere Gase) fehlen

·         Im Gesamtgebiet der Stadt sind meistens Gehwege vorhanden.

Wir freuen uns über unsere historische Innenstadt und müssen mit ihren verkehrlichen Gegebenheiten leben. Sollten bei einer Detailbetrachtung Verbesserungen möglich sein, so können sie Zug um Zug umgesetzt werden. (vgl. hierzu auch das bereits 1999 beschlossene „Verkehrskonzept Innenstadt“, das sukzessive umgesetzt wurde. Als erstes wurde die Hauptstraße von der Reytherstraße bis zur Steggasse niveaugleich ausgebaut. Es war schon damals geplant, dies für die restliche Hauptstraße und die Würzburger Straße zu gegebener Zeit weiterzuführen, wie es jetzt geschehen ist. Es wurde der verkehrsberuhigte Bereich auf dem Marktplatz, Steinweg, Reytherstraße, Badgasse und die Fußgängerzone eingeführt.)

·         Bei Straßen ohne Gehwege soll immer wieder versucht werden, ob unter Mitwirkung der Anlieger ein solcher gebaut werden kann, andernfalls sind alternative Lösungen zu suchen. (vgl. Peter-Fleischmannstraße)

  • Schneebarrieren für Fußgänger durch den Winterdienst (Querung an Einmündung und Bushaltestellen)
    Wenn „Frau Holle“ es wieder zu gut mit uns meint und wir „riesige Schneeberge“ bekommen, dass Bushaltestellen nicht erreichbar sind und eine Straßenquerung nicht möglich ist, ist mit dem Winterdienst und den Anliegern zu regeln, wie für die Fußgänger auch an diesen Tagen eine Teilnahme am Verkehr möglich ist.

3.    Welche konkreten, kurzfristigen Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger schlagen Sie vor?

  • siehe dazu Punkt 2., zentrale Aussagen zum Verkehr aus dem Wahlprogramm der CSU 2014-2020!
    Bei Einhaltung der Verkehrsvorschriften und Rücksichtnahme aller am Verkehr Beteiligten sehen wir keine Brennpunkte, die dringend bearbeitet werden müssen. Mittel- und langfristig sollen Detailverbesserungen, die auch vom AK Mobilität in die laufende Arbeit der Verwaltung eingebracht werden, nach Dringlichkeit bearbeitet werden.

  • Was sind die wichtigsten Bedürfnisse von Fußgängern?
    Sicherheit auf den Gehwegen. Die Fußgänger müssen die Fahrbahn sicher überqueren können, entweder auf einem „Zebrastreifen“ oder bei einer Lichtzeichenanlage.
  • Was sind die wichtigsten Bedürfnisse von Radfahrern?

Sicherheit auf den Radwegen (guter Zustand), sichtbare Markierungen für „Radweg auf der Straße“, abgesenkte Randsteine im Stadtgebiet, gute Beleuchtung.

Wichtig ist, dass Radfahrer so wenig wie möglich auf die Fahrbahn wechseln müssen. Hier entstehen oft Gefahrenmomente mit dem fließenden Verkehr.

  • Wo sehen Sie Hindernisse und Gefahrenstellen?
    Wir lassen uns gerne die Stellen bei einer Radl-Tour aufzeigen.

4.    Was wollen Sie gegen das Parken auf Fuß- und Radwegen tun?
Mit baulichen Maßnahmen und/oder Verbotsschildern das Problem angehen; denn Appelle und Kontrollen führen nicht zur Verhaltensänderung weniger Autofahrer, vgl. Halten vor einer „Bäckerei“ in der Bahnhofstraße, einer „Bäckerei“ in der Schütt und Parken auf oder am Radweg gegenüber der Outlets an der Zeppelinstraße.

5.    Wie und an welchen Stellen werden Sie das Radverkehrsnetz der Stadt optimieren?
Wir werden die Vorschläge des AK Mobilität, des ADFC, der Polizei, der Stadtverwaltung, von Bürgern und Empfehlungen aus Verkehrsgutachten (Radwegeplanung) aufgreifen, in den Stadtratsgremien prüfen, Prioritäten setzen und nach Haushaltslage umsetzen.

6.    Was halten Sie von Fahrradschnellwegen, wie sie der ADFC vorgeschlagen hat?

Überregionale Fahrradschnellwege erscheinen uns ein gutes Projekt zu sein. Im Rahmen unserer planerischen Zusammenarbeit mit den anderen Gebietskörperschaften sollen solche Radschnellwege vorangetrieben werden.

7.    Wie stehen Sie zur Stadt-Umland-Bahn?
siehe dazu Punkt 3 – 5. zentrale Aussagen zum Verkehr aus dem Wahlprogramm der CSU 2014-2020!

Wir unterstützen die Forderung nach einer StUB, die Herzogenaurach schienen-gebunden mit dem Großraum Nürnberg verbindet. Eine hohe Förderung der Maßnahme durch den Freistaat ist für uns notwendig, damit die beteiligten Gebietskörperschaften sowohl die Investitionskosten wie auch die Folgekosten „stemmen“ können.

Gleichzeitig unterstützen wir den Bau einer Südumgehung. Beides sind notwendige Projekte, die den starken Pendler-und LKW-Verkehr so lenken können, dass wir innerorts Entlastungsmaßnahmen umsetzten können. (Niederndorfer Hauptstraße, Rathgeberstraße).

Wir sind aber auch offen für eine schienengebundene Alternative, eine S-Bahn - als „Plan B“-, wenn sich die StUB nicht realisieren lässt. Es wird sich 2014 zeigen, ob die Gründung eines notwendigen StUB-Zweckverbandes der Gebietskörperschaften Landkreis ERH, Stadt Erlangen und Stadt Nürnberg der StUB den notwendigen Schub für die Planungen geben wird.

Bei allen schienengebunden Verkehrssystemen ist es uns wichtig, dass die Fahrzeit vom Busbahnhof Schütt zu einem „Umsteigebahnhof“ in Erlangen (z.B. S-Bahnhalte-stelle Paul-Gossenstraße, Arcaden, Bahnhof) ca. 30 Minuten beträgt, damit es von den Verkehrsteilnehmern angenommen wird.


Falls Sie für den Bau sind:

  • Wie wollen Sie die Umsetzung beschleunigen bzw. auf diese einwirken?
    Alle unsere Mitwirkungsmöglichkeiten über den Landkreis und unsere Kontakte zur Staatsregierung werden wir nutzen, um alles möglich zu machen was in unserer Macht steht, um diese Projekte (StUB + Südumgehung) positiv zu begleiten.
  • Haben Sie besondere Ausgestaltungsvorschläge?

Ein überregionales Schienennetz und dessen Ausgestaltung werden von erfahrenen Firmen geplant und ausgeführt. Im Rahmen unserer Mitwirkungs-möglichkeiten (Planungsausschuss / Stadtrat / Kreistag) werden wir Ausgestaltungsplanungen prüfen und bewerten.

Falls Sie nicht für den Bau sind:

  • Welche Alternativen schlagen Sie vor? U-Bahn, S-Bahn, Bus?

8.    Sind Sie bereit,das Busfahren für Herzogenauracher durch folgende Maßnahmen attraktiver zu machen:

  • ÖPNV-Ticketautomat in zentraler Lage (z.B. An der Schütt)

Über die Aufstellung eines Ticketautomaten am Busbahnhof ist mit dem VGN zu verhandeln. Wenn sich ein finanzierbares Ergebnis erreichen lässt, ist ein Ticketautomat zu begrüßen.

  • Ansprechendere Wartebreiche an Bushaltestellen (mehr Platz, wettergeschützt)
    Die Wartebereiche unterliegen einer ständigen Beobachtung. Dort wo die Frequenz durch Wartende einen größeren Bereich und Überdachung erfordert soll nach und nach eine Verbesserung erfolgen.

9.    Was werden Sie tun, um die Verkehrsbelastung im „Innenringbereich“ – innerhalb Hans-Ort-Ring, Hans-Maierstr. – zu reduzieren? Bitte nennen Sie kurzfristig und langfristige Maßnahmen?

  • Welche Pläne haben Sie, um den Verkehr zu beeinflussen?
  • Greifen Sie auf Analysen zu, um sich ein Urteil zu bilden?
  • Worin sehen Sie die Hauptlast für die Anwohner?

siehe dazu Punkt 6., zentrale Aussagen zum Verkehr aus dem Wahlprogramm der CSU 2014-2020!
Der starke Verkehr nach und in Herzogenaurach ist Ausdruck einer stark prosperierenden
Wirtschaft. Wir werden keine Maßnahmen unterstützen, die eine Gefährdung unserer wirtschaftlichen Stärke nach sich ziehen kann. Nur mit den guten Steuereinnahmen aus der Wirtschaft ist die Stadt in der Lage ein hervorragendes Lebensumfeld, auch mit Verkehrseinrichtungen, zu finanzieren. Die dichtere Bebauung in der Innenstadt bringt es mit sich, dass nicht der gleiche Maßstab an Verkehrs-aufkommen gelegt werden kann wie in den ländlichen Stadtgebieten.

10. Wie stehen Sie zu einem Lkw-Fahrverbot in der Rathgeberstraße?

  • Welche kurzfristigen Lösungen haben Sie und wie sieht ihre langfristige Planung aus?
    Ein Lkw-Fahrverbot ist unseres Erachtens erst nach dem Bau der Südumgehung möglich, da die Rathgeberstraße eine wichtige Nord-Süd-Verbindung ist.

  • Welche Kompromisse können Sie sich vorstellen?

Nach Lage der Dinge derzeit keine. Mit Kompromisslösungen wird sich der neue Stadtrat beschäftigen müssen.

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