| CSU-Neujahrsempfang Bericht FT 11.01.2010 |
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Keine Lobhudelei gegenüber der CSU11.01.10 Von: Michael Busch
Die CSU Herzogenaurach und die CSU des Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt hätten es sich beim Jahresempfang im Herzogenauracher Vereinshauses deutlich einfacher machen können. Denn mit dem Gast Dr. Stephan Feldhaus hatten sich die beiden Verbände einen unbequemen Gast geholt, der sich nicht durch „Plapperei“ auszeichnete, sondern durch pointierte Kritik. Und dabei nahm Feldhaus kein Blatt vor den Mund. Der promovierte Theologe und Leiter der Abteilung Corporate Communications bei der Siemens AG, machte weder Halt vor der Gilde der Politiker, geschweige denn der CSUler im Saal. Das Thema „Sägen wir den Ast ab auf dem wir sitzen? Verantwortung – Gewissen – Politische Kultur“ wurde gut 40 Minuten von ihm dargelegt. G 8 war ein Schnellschuss Eine Rede, wie ein Teil der Gäste später anerkennend zugab, eigentlich auch bei der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth angebracht sei. Denn Feldhaus erklärte, dass viele Entscheidungen in der Vergangenheit zu den schlechten Entwicklungen geführt hätten, die nun das tägliche Bild in der Republik, aber auch im Freistaat Bayern prägten. Auf der einen Seite werde zum Beispiel gepredigt, dass die Menschen zurück zu den Werten der Gesellschaft finden müssten, dass sich die Menschen in und für die Gesellschaft wieder engagieren sollten – auf der anderen Seite haben die politischen Verantwortlichen mit einem Schnellschuss ein Schulsystem mit der Einführung der G8 geschaffen, die ein solches Engagement regelrecht verhindere. Feldhaus erklärte, dass die Werte verschoben seien und wieder zu richten sind. Dem Bürger, der Leitlinien und Regeln brauche – „Wie Kinder dies in der Erziehung auch benötigen!“ – habe wegen dem Fehlen dieser Vorstellungen und Grenzen das Vertrauen verloren. Es seien die negativen Begriffe, die das Alltagsleben prägten: Kriminalität, Extremismus, wachsende Politikverdrossenheit, Voyorismus. „Wer einmal DSDS gesehen hat, weiß was ich mit Voyorismus meine.“ Ein lang anhaltender Applaus zum Schluss der Rede, zeigte, dass er verstanden worden ist, von den meisten im Saal. Bei seinen anfänglichen Ausführungen gab es allerdings auch Blicke, die den Siemensianer gerne aus dem Hause zurück in den Schnee verwiesen hätten. Doch die Kritik kam an, wie die Gespräche nach dem offiziellen Teil zeigten. Nur, dass der Redner bei Siemens arbeitet, einem Unternehmen, das momentan diese sozialen Werte auch mit Füßen trete, mochte nicht jeder verstehen. Grußworte und persönliche Bemerkungen sowie zwei Liedbeiträge der Sängerin Andrea Kaschel rundeten den Neujahrsempfang der CSU ab, der sicher eines nicht gewesen sein dürfte: Die Fortführung der Wundenleckerei der vergangenen Jahre und einem Redner, der sich daran beteiligt.
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